Der amerikanische Autokonzern General Motors will das umstrittene Kältemittel R1234yf einem Medienbericht zufolge weiter einsetzen. Seit einigen Wochen gibt es Diskussionen um die Sicherheit des Mittels gegeben.
Wichtige Kennzahlen des Autobauers Daimler im ersten Quartal 2013
Detroit. Trotz der in den vergangenen Wochen aufgekommen Sicherheitsbedenken will der amerikanische Konzern General Motors an dem Kältemittel R 1234yf festhalten. Das sagte ein GM-Vorstand unserer Schwesterzeitung "Automotive News Europe". GM hat seiner Aussage zufolge weitere Crashtests und Computersimulationen durchgeführt, nachdem die Diskussion um Brandgefahr aufgekommen war. Im August hatten Ingenieure von Daimler bei einem Crashtest herausgefunden, dass bei einem Unfall ein Brand ausbrechen kann, wenn das Kältemittel mit heißen Motorteilen in Berührung kommt. Dabei können giftige Gase entstehen, die für Insassen und Rettungskräfte gefährlich werden können. Der deutsche Autobauer hatte sich daraufhin entschieden, das Mittel nicht mehr einzusetzen und weiterhin das alte, klimaschädlichere R134a zu verwenden. Damit widersetzt sich das Unternehmen einer EU-Richtlinie, die ab 2013 nach jahrelangen Übergangsfristen den Einsatz von R134a verbietet. Der ADAC und der VDA forderten die Behörden auf, die Frist, während der R134a noch eingesetzt werden darf, nochmals um ein halbes Jahr zu verlängern, um weitere Tests zu ermöglichen. Die Daimler-Modelle A-Klasse, B-Klasse und der Sportwagen SL sind mit dem neuen Kältemittel homologiert worden - ihnen könnte im Extremfall der Entzug der Betriebserlaubnis drohen. Daimler gibt sich diesbezüglich jedoch gelassen und verweist auf Gespräche mit den Behörden. Vor Jahren hatten sich die Autobauer auf das von den beiden amerikanischen Firmen Honeywell und DuPont entwickelte Mittel geeinigt, um von der Politik festgelegte Grenzwerte für den Klimaschutz einhalten zu können. Curt Vincent, verantwortlicher Ingenieur für neue Kältemittel bei GM, teilt die Bedenken seiner deutschen Kollegen nicht: "Wir haben Crashtests, Computersimulationen und thermische Analysen durchgeführt und absolut keine Sicherheitsprobleme entdeckt", sagte er. "Viele haben versucht, die Ergebnisse von Daimler zu bestätigen, aber keiner hat etwas Besorgniserregendes entdeckt."
Hersteller: Produkt ist sicher Eine Sprecherin von Europas größtem Autobauer Volkswagen sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, der Konzern werde auf den Einsatz des Mittels verzichten, solange es keine weiteren Erkenntnisse gebe. Inzwischen hat Mercedes angekündigt, bereits ausgelieferte Modelle, die mit R1234yf befüllt wurden, zurückzurufen. Curt Vincent von GM und Terrence Hahn, Vizepräsident des Kältemittel-Herstellers Honeywell, verwiesen darauf, dass ein Konsortium aus 13 Herstellern, die das Mittel bereits vor Jahre für sicher erklärt hatten, nach dem Test von Daimler seine Versuche wiederholt und erneut keine Sicherheitsrisiken festgestellt habe. "Wir haben es selbst getestet", sagte Hahn außerdem. "Wir würden das Produkt nicht verkaufen, wenn es nicht sicher wäre. Wir sind absolut davon überzeugt, dass man es ohne Risiken benutzen kann." GM setzt R1234yf bereits im Cadillac XTS und der europäischen Version des Chevrolet Malibu ein. Im den kommenden fünf Jahren will GM Vincent zufolge die meisten seiner in Nordamerika angebotenen Modelle auf das neue Kühlmittel umstellen. Der dafür nötige Umbau der Klimaanlage wird den Autobauer pro Fahrzeug 75 US-Dollar kosten.
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