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Klartext - Wie will Fiat nur 2013 überstehen?
Autor:
Guido Reinking
greinking@craincom.de
Montag, 10. Dezember 2012, 00.03 Uhr
Fiat-Firmenchef Sergio Marchionne plant für seine Edelmarke Alfa Romeo im nächsten Jahr genau ein neues Auto: den Mittelmotor-Sportwagen 4C. Von der Giulietta wird es zudem eine Kombiversion geben. Auf einen Nachfolger des 2011 eigestellten 159 müssen Alfisti noch bis 2014 warten. Man stelle sich vor, Audi würde drei Jahre keinen A4 mehr anbieten oder BMW keinen Dreier. Unfassbar, was Marchionne der Mailänder Traditionsmarke zumutet.

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Das Jahr 2013 wird für die Automobilindustrie in Deutschland und Europa nicht einfach: Hierzulande wird die Nachfrage auf drei Millionen Neuwagen sinken, schätzt der VDA. Und in West- und Südeuropa ist keine Besserung in Sicht. Im Gegenteil: In den Automärkten Frankreich, Spanien und Italien
dürfte die Rezession weitergehen. Wer wissen will, welche Automarken unter diesen schwierigen Bedingungen zu den Gewinnern und welche zu den Verlierern gehören werden, der muss sich nur die Liste der Fahrzeugneuvorstellungen des nächsten Jahres und das Alter des Neuwagenangebots
anschauen. Zum Beispiel im Fiat-Konzern: Firmenchef Sergio Marchionne plant für seine Edelmarke Alfa Romeo im nächsten Jahr genau ein neues Auto: den Mittelmotor-Sportwagen 4C. Von der Giulietta wird es zudem eine Kombiversion geben. Auf einen Nachfolger des 2011 eingestellten 159 
müssen Alfisti noch bis 2014 warten. Man stelle sich vor, Audi würde drei Jahre keinen A4 mehr anbieten oder BMW keinen Dreier. Unfassbar, was Marchionne der Mailänder Traditionsmarke zumutet. Auch die Produktpläne der Kernmarke Fiat spenden der gequälten Händlerschaft wenig Trost: Der
500L bekommt lediglich eine dritte Sitzreihe und als „Trekking" ein paar angeklebte Kunststoffteile. Ach ja, der 500er und der Bravo werden überarbeitet. Wann hat Fiat eigentlich zuletzt ein von Grund auf neu entwickeltes Modell auf den Markt gebracht? Und: Wie will Fiat so das nächste Jahr überleben? Ohne die Chrysler-Gewinne wäre wohl der Fortbestand des Unternehmens gefährdet. Das können andere besser: Ford bringt mit dem neuen Kuga, dem Fiesta-Facelift und dem Mini-SUV Ecosport gleich drei neue Modelle, die den Trend des europäischen Markts genau treffen. Mercedes wird mit der fast neuen E-Klasse, dem viertürigen Kompakt-Coupé CLA und der S-Klasse drei wichtige Neuerscheinungen anrollen lassen, neben einer
ganzen Reihe neuer Varianten. Toyota erneuert mit Auris und RAV4 seine zwei meistverkauften Modelle. VW lebt gut mit dem neuen Golf und schiebt zum Herbst die Variant-Version nach, neben weiteren Derivaten des Bestsellers. Erfolgreiche Autohersteller folgen in solchen Krisenzeiten eben der Regel, dass man sich seine eigene Konjunktur schaffen muss.
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