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Rares Gut junger Mensch
Ausbildung in der Werkstatt: Nur vier Prozent der Mechatroniker-Azubis sind weiblich. Auch einen nennenswerten Zuwachs gibt es nicht.
(Foto: Daimler)
Autor:
Christof Rührmair
cruehrmair@craincom.de
Montag, 20. August 2012, 00.03 Uhr
Im vergangenen Jahr stiegen die Zahlen der künftigen Mechatroniker und Automobilkaufmänner, die eine Ausbildung begonnen, im zweistelligen Prozentbereich, wie Birgit Behrens, die Geschäftsführerin Berufsbildung beim ZDK, erklärt. Der Kfz-Mechatroniker profitiere dabei auch davon, dass er ein typischer Traumberuf von jungen Männern sei und deshalb immer noch die Nummer eins unter den Handwerksberufen.

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München. Noch hat das Kfz-Gewerbe keine großen Probleme, Auszubildende zu finden. Vergangenes Jahr stiegen die Zahlen der künftigen Mechatroniker und Automobilkaufmänner, die eine Ausbildung begonnen, sogar im zweistelligen Prozentbereich, wie Birgit Behrens, die Geschäftsführerin Berufsbildung beim ZDK, erklärt. Der Kfz-Mechatroniker profitiere dabei auch davon, dass er ein typischer Traumberuf von jungen Männern sei und deshalb immer noch die Nummer eins unter den Handwerksberufen. Auch der Automobilkaufmann etabliere sich zusehends, obwohl dort die Azubi- Entlohnung im Vergleich zur Industrie eher Mittelmaß sei. Die aktuellen Zahlen entsprächen in etwa dem, was die Branche brauche, auch wenn der ein oder andere Betrieb seine Ausbildungsplätze nicht besetzen könne, sagt Behrens.
Für das laufende Jahr erwartet und hofft sie, dass das Niveau ungefähr gehalten wird. In naher Zukunft könnte sich die Situation aber durch den demografischen Wandel verschärfen, befürchtet Behrens. Es werde sicher dazu kommen, dass sich Betriebe gegenseitig gute potenzielle Auszubildende wegschnappen, dann würde mit mehr Geld oder anderen Vergünstigungen gelockt. "Wir haben ein rares Gut, das heißt junge Menschen. Da werden sich einige noch einiges einfallen lassen, wovon heute noch kaum einer träumt." Und teilweise gebe es den Fachkräftemangel auch jetzt schon: Nutzfahrzeugmechatroniker mit Berufserfahrung beispielsweise würden vereinzelt schon per Headhunter gesucht.
Um der Entwicklung rechtzeitig gegensteuern zu können und der Branche den Nachwuchs zu sichern, startet das Deutsche Kfz- Gewerbe im September eine Online- Ausbildungsplatzbörse. Sie soll junge Menschen über das Internet erreichen. Die bisherigen Rückmeldungen von den Testbetrieben seien gut und die Erwartungen hoch, sagt Bildungsexpertin Behrens. Der in der Ausbildungsdebatte immer wieder geführten Klage, viele Bewerber seien ungeeignet, hält Behrens entgegen, dass die jungen Menschen heute eben andere Talente hätten. "Manche können nicht perfekt schreiben oder rechnen, dafür können sie super mit dem Internet umgehen und denken ungemein problemorientiert." Rechnen könne dann eben im Zweifelsfall das iPhone. "Die wissen sich zu helfen", betont Behrens.
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