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Klartext - Für Opel ist das der Anfang vom Ende
Autor:
Guido Reinking
greinking@craincom.de
Montag, 23. Juli 2012, 00.03 Uhr
Die Marke Opel wird bewusst und offenbar mit Vorsatz ruiniert. Innerhalb der kommenden zehn Jahre werden wir sehen, dass der Opel-Blitz zu nichts anderem mehr taugt, als ihn auf Chevrolets oder chinesische Autos zu kleben, so wie man heute auf asiatischen Kaffeemaschinen das AEG-Zeichen und auf Fernsehern aus der Türkei den Namen Grundig findet. Eine deutsche Automarke mit eigener Entwicklung und eigener Produktion namens Opel wird es dann nicht mehr geben.

Hintergrunddaten zum Thema:
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Restwertentwicklung der zehn beliebtesten Marken in Deutschland von 2009 bis 2012

13/2013
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Was wir derzeit bei Opel erleben, ist ein in der 126-jährigen Automobilgeschichte einmaliger Vorgang: Eine Marke wird bewusst und offenbar mit Vorsatz ruiniert. Innerhalb der kommenden zehn Jahre werden wir sehen, dass der Opel-Blitz zu nichts anderem mehr taugt, als ihn auf Chevrolets oder chinesische Autos zu kleben, so wie man heute auf asiatischen Kaffeemaschinen das AEG-Zeichen und auf Fernsehern aus der Türkei den Namen Grundig findet. Eine deutsche Automarke mit eigener Entwicklung und eigener Produktion namens Opel wird es dann nicht mehr geben.
Der Vergleich von Opel mit Rover, der schon nahelag, zieht nicht mehr: Rover hatte mit BMW zumindest zeitweise einen Inhaber, dem man ernsthafte Absichten unterstellen musste und der Hunderte Millionen in neue, wettbewerbsfähige Produkte investiert hat. Bei General Motors ist dergleichen nicht zu erkennen. Der von Karl-Friedrich Stracke entworfene Investitionsplan reicht nicht einmal aus, den technologischen Rückstand gegenüber Hyundai aufzuholen, geschweige denn den zu VW. Nachdem Stracke nun von Dan Akerson – dem Chef des zu einem Drittel in Staatsbesitz befindlichen Autobauers GM – in einer Art und Weise rausgeworfen wurde, die eigentlich die deutsche Politik beschäftigen sollte, dürfte nun selbst dieser unzureichende Plan nicht mehr umgesetzt werden. Da ist es nur konsequent, dass Opel-Entwicklungschefin Rita Forst nicht mehr gebraucht wird. Was soll eine Chefentwicklerin mit professionellem Blick auf das technisch Notwendige auch bei GM?
Akerson will schnelle finanzielle Erfolge. Teure Entwickler stören da nur. Der Börsenkurs von GM ist schon unter 20 Dollar gefallen. Für 33 Dollar wurde das Unternehmen 2010 nach Insolvenz und Verstaatlichung reprivatisiert. Jede dritte Aktie ist noch im Besitz der US-Regierung. Will sie diese versilbern, muss der Kurs nach oben geprügelt werden – auch auf Opels Kosten. Dafür hat die US-Regierung mit Akerson und Opel- Aufsichtsratschef Stephen Girsky Investmentbanker installiert, die viel vom schnellen Geld und nichts vom Autogeschäft verstehen und Opel nun an die Wand fahren. Im Volumengeschäft kann derzeit kaum ein europäischer Hersteller Geld verdienen. Der Versuch, Opel dennoch auf Profit zu trimmen, wird in der Katastrophe enden.
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