Donnerstag, 28. Juni 2012, 10.27 Uhr
Es ist ganz klar, in welche Richtung die neue Allianz zwischen BMW und Toyota zielt. Es ist Volkswagen. Denn der VW-Konzern mit seiner Premiummarke Audi hat im Wettbewerb mit BMW einen schwer aufzuholenden Vorteil: Innovationen können dort über Stückzahlen amortisiert werden, die fünfmal so hoch sind wie bei BMW. Mit dem gleichen Nachteil muss auch Daimler leben. Die Stuttgarter machen zwar wegen ihres Lkw-Geschäfts deutlich mehr Umsatz als BMW. Doch bei den Stückzahlen im Pkw-Bereich spielen sie in der gleichen Liga wie BMW.
Deshalb ist die Allianz zwischen Toyota und BMW ein kluger Schachzug von Norbert Reithofer. So können die Kosten für Leichtbau und alternative Antriebe künftig nicht nur auf die 1,6 Millionen BMWs umgelegt werden, sondern auch auf acht Millionen Toyotas. Weiterer Vorteil für Reithofer: Er kann sich so von Allianzen mit PSA und General Motors verabschieden. Denn die Vielfalt der Gemeinschaftsprojekte, die BMW mittlerweile betreibt, wird langsam unübersichtlich und ist für die Entwickler im FIZ sicher kaum mehr zu handhaben. Zudem ist Peugeot finanziell so angeschlagen, dass man sich in der Automobilindustrie schon Sorgen macht, wie lange die Franzosen den Abfluss von Liquidität noch aushalten können.
Für Volkswagen birgt die vertiefte Zusammenarbeit zwischen BMW und Toyota gleich mehrere Gefahren: Toyota kann sich so mit der modernsten Diesel-Technologie ausstatten, um in Europa erfolgreicher als bisher gegen VW zu bestehen. Hier, wo jedes zweite Auto mit einem Diesel verkauft wird, waren die Japaner stets im Nachteil. Denn nur für den für sie wenig bedeutenden europäischen Markt mochten sie keine wettbewerbsfähigen Diesel-Motoren entwickeln. Die Strategie, stattdessen Hybrid-Modelle anzubieten, ist bisher aber nicht aufgegangen.
Höhere Stückzahlen reduzieren Verluste beim Leichtbau
Hier wiederum kann BMW sich bedienen. Denn die Japaner haben beim Thema Hybrid nach wie vor einen jahrelangen Entwicklungsvorsprung. Und die deutschen Wettbewerber stecken im gleichen Dilemma wie Toyota beim Diesel: Für den überschaubaren Hybrid-Markt in den USA eigene Antriebe zu entwickeln, rechnet sich einfach nicht. Und auf dem einzigen Markt, wo Hybrid ein Massenphänomen ist, in Japan, sind die deutschen Marken kaum vertreten.
Die Allianz mit Toyota auf das Thema Leichtbau auszuweiten macht ebenfalls Sinn: Die teure Karbon-Technik wird sich auf absehbare Zeit kaum amortisieren lassen. BMW wird mit den paar tausend i-Modellen, die das Unternehmen produzieren will, kaum in die schwarzen Zahlen kommen. Hier Toyota mit ins Boot zu holen, wird zumindest die Verluste reduzieren. Und für den Toyota-Rivalen VW ist es sicher schmerzlich, beim Leichtbau ausgerechnet von den – bis auf das Thema Hybrid – technologisch recht konservativen Japanern attackiert zu werden. Man darf gespannt sein, welchen Zug VW als nächstes macht.
Das Automatikgetriebe macht Volkswagen Probleme: Nach Rückrufaktionen im großen Stil in China und Japan müssen nun auch in Australien Autos wieder in die Werkstatt. Der Konzern sieht keine Alternative zum Werkstattbesuch. Auslöser der Probleme sind verstopfte, heiße Großstadtdschungel.
Werkstätten und Kunden des Premiumherstellers BMW müssen derzeit teilweise wochenlang auf Ersatzteile warten. Grund ist eine Software-Umstellung.
Die Porsche Holding ist wieder ganz im Familienbesitz: Der Staatsfonds des Emirats Katar hat seinen Anteil von zehn Prozent an der Porsche SE an die beiden Familien Porsche und Piech verkauft.
Neuer Vorstand für Produktion bei Jaguar Land Rover wird Wolfgang Stadler. Der 55-Jährige ist bisher Leiter des BMW-Werks in Dingolfing.
Der Chef der weltweiten Marketing-Kommunikation bei Volkswagen, Giovanni Perosino, wechselt zur Konzerntochter Audi nach Ingolstadt.
Die Europäische Union hat Deutschland eine Frist gesetzt: Zehn Wochen hat die Bundesregierung einem Medienbericht zufolge Zeit, die Einhaltung der Richtlinie zum Kältemittel in Klimaanlagen sicherzustellen – danach droht ein Verfahren.
Etwa 100.000 Personen haben sich weltweit bereits für eine Probefahrt mit dem Elektroauto BMW i3 angemeldet, wie Vertriebsvorstand Ian Robertson auf dem Kongress der Automotive News Europe in Paris bekanntgab.
Beim Stuttgarter Automobilhersteller ist die erste Limousine der neuen S-Klasse-Baureihe vom Band gelaufen. Zum Produktionsstart zeigte sich Daimler- und Mercedes-Chef Dieter Zetsche zuversichtlich, das Absatzvolumen ausweiten zu können. Der neue Produktionsvorstand Andreas Renschler will das Werk Sindelfingen zu einem der effizientesten Standorte im Mercedes-Verbund machen.
Fondsmanager Michael Muders von Union Investment hat sich in einem Interview vehement gegen ein weiteres Engagement von Mercedes ausgesprochen: "Mercedes muss raus aus der Formel 1."
Der ZDK-Präsident will sich im kommenden Jahr nicht mehr zur Wahl stellen