Automobilwoche

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Neue Mischung für den R8

Rahmen des neuen R8 Weniger als 200 Kilo. (Foto: Audi)

Audi will beim neuen A8 Neuland betreten. "Wir wollen maximale Gewichtsreduktion bei maximaler Steifigkeit", sagt Entwicklungschef Michael Dick, "dies verbessert die Agilität und Handlichkeit des Autos wesentlich." Dabei soll der neue R8 nicht analog zum Lamborghini Aventador als Monocoque aufgebaut werden. Vielmehr setzt Audi auf eine intelligente Mischbauweise aus Aluminium und CFK.

Samstag, 15. Oktober 2011, 00.03 Uhr

Ingolstadt. Wenn 2014 die zweite Generation von Audis Supersportler R8 an den Start geht, wird es sich nicht nur um den leichtesten Sportwagen im Segment handeln, sondern auch um jenen mit der steifsten Struktur. "Wir wollen maximale Gewichtsreduktion bei maximaler Steifigkeit“, sagt Entwicklungschef Michael Dick, "dies verbessert die Agilität und Handlichkeit des Autos wesentlich.“ Dabei soll der neue R8 nicht analog zum Lamborghini Aventador als Monocoque aufgebaut werden und komplett aus kohlfaserverstärkten Verbundmaterial (CFK) bestehen. Vielmehr setzt Audi nach dem Motto "Das richtige Material an der richtigen Stelle“ auf eine intelligente Mischbauweise aus Aluminium und CFK. Sie ist kostengünstiger, effizienter und bietet ein deutlich höheres Leichtbaupotenzial verglichen mit einem Monocoque. So besteht der Mitteltunnel, die Rückwand zum Motor und die B-Säule aus CFK, während für die restliche Struktur Aluminium-Strangpressprofile und zu 16 Prozent Alugussknoten eingesetzt werden. "Starkes Rückgrat, stabiles Kreuz, wie beim Menschen“, scherzt Dick.

Das gitterartige Rahmengebilde in ASF-Bauweise des neuen R8 wiegt unter 200 Kilogramm. Die heutige Struktur kommt auf 222 Kilo. "Sie würde sogar 231 Kilo wiegen, bezöge man die gestiegenen Konsumertests- und die neuen Gesetzesanforderungen mit ein“, rechnet Dr. Lutz-Eike Elend, Leiter des Audi Leichtbauzentrums, vor. "Das hört sich vielleicht nicht nach viel an, doch die Gewichtseinsparungen kommen schon von einer sehr leichten Basis.“ Ebenso wichtig für Elend ist allerdings die Torsionssteifigkeit. Gegenüber dem derzeitigen R8 konnte sie um etwa 30 Prozent auf 40.000 Nm/Grad gesteigert werden. "Hier sind wir absoluter Benchmark im Sportwagensegment. Ein Ferrari 458, ein Porsche Carrera und selbst der Lamborghini Aventador können dieses Niveau nicht erreichen“, erläutert Dick.

Neuland beschreiten die Ingolstädter Autobauer beim Fahrzeugunterboden. Dieser besteht ebenfalls komplett aus Karbon, enthält im hinteren Teil den Diffusor und wird unter die fertig lackierte Karosserie geschraubt. Wer also unter den neuen R8 schaut, sieht schwarz.

Beim Gesamtgewicht will Audi gut 100 Kilogramm einsparen. Eher wenig Anteil daran dürfte der Motor des R8 haben. Zum Marktstart treibt den Audi-Renner weiterhin der bekannte Zehnzylinder an. Ein V8 wird derzeit noch diskutiert. Kommt er, wird es sich um das 520 PS starke Hightech-Aggregat mit Biturboaufladung und Zylinderabschaltung handeln, das Audi jüngst vorgestellt hat. Das Thema Hybrid sieht Dick für den neuen R8 nicht. "Es bringt uns hier zu wenig und hieße, wieder mehr Gewicht ins Auto zu packen.“ (Foto: Audi)

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