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Klartext - Kunden wollen Effizienz, nicht Hybrid
Lexus CT 200h: Der Kompaktwagen belegt den Spitzenplatz auf der Umweltliste des VCD.
(Foto: Lexus)
Autor:
Guido Reinking
greinking@craincom.de
Montag, 22. August 2011, 00.03 Uhr
Es gibt zwar einen Trend zu umweltfreundlichen, verbrauchsarmen Autos. Aber an den Hybridmodellen geht dieser Trend – zu Recht – vorbei. Das zeigt beispielhaft der Blick auf den größten Markt für solche Autos, die USA. Kunden wollen effiziente Fahrzeuge, aber Hybrid-Modelle kommen über ein Nischendasein nicht hinaus.

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München. Auf der IAA wird dem Elektroauto in diesem Jahr eine ganze Halle gewidmet. Der Grund ist klar: Der Veranstalter, der Branchenverband VDA, möchte sich nicht wieder dem Vorwurf aussetzen, die deutsche Autoindustrie verschlafe den Trend zum umweltfreundlichen Auto – wie schon beim Hybrid. Jüngst hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) mit seiner Umweltliste wieder in dieses Horn gestoßen. Denn da landeten auf den ersten zehn Plätzen erneut fünf Hybridmodelle. Einzige Überraschung: Spitzenreiter ist nicht wie in den vergangenen Jahren der Toyota Prius, sondern der weitgehend baugleiche, aber 3000 Euro teurere Lexus CT 200h, ebenfalls aus dem Hause Toyota. Der Vorwurf, die deutschen Autobauer hätten die Hybrid-Technologie verschlafen, wird vom VCD prompt mitgeliefert.
Dabei ist es der VCD, der offenbar etwas verschlafen hat: Es gibt zwar einen Trend zu umweltfreundlichen, verbrauchsarmen Autos. Aber an den Hybridmodellen geht dieser Trend – zu Recht – vorbei. Das zeigt beispielhaft der Blick auf den größten Markt für solche Autos, die USA: Im vergangenen Jahr ist dort der Anteil der Hybridfahrzeuge am Gesamtmarkt erstmals gesunken, hat der Marktbeobachter Polk festgestellt – von 2,9 auf 2,6 Prozent. In Deutschland sind aktuell sogar nur rund ein halbes Prozent der Neuzulassungen Hybride. Wer auch immer die VCD-Kampagne für Hybridfahrzeuge bezahlt, er wirft sein Geld offenbar zum Fenster raus.
Denn selbst in den USA, wo die Kunden aus mehr als 40 Hybridmodellen auswählen können, kommt das Antriebskonzept mit Verbrennungs- und Elektromotor über eine extreme Nischenposition nicht hinaus. Und diese Nische schrumpft auch noch. Dabei laufen die anderen Umwelttrends in den USA durchaus: Erstmals waren dort im ersten Halbjahr die Vierzylinder die meistverkauften Motoren, nicht mehr Sechs- oder gar Achtzylinder. Und sparsame Autos wie Ford Focus und Fiesta oder Hyundai Elantra, die mit einer Gallone Sprit über 40 Meilen weit kommen, erfreuen sich größter Beliebtheit. Das einzige Hybridmodell, das sich in nennenswerten Stückzahlen verkauft, ist der Prius. Für die zahlreichen Hybrid-Neuheiten deutscher Hersteller verheißt das nichts Gutes. Die Entwicklungskosten dieser Modelle sollten intern schon mal der Marketingabteilung in Rechnung gestellt werden.
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